PPWR-Zeitplan
Was sich für Mehrwegsysteme jetzt wirklich verändert

Die PPWR ist beschlossen – aber die Umsetzung kommt Schritt für Schritt
Mit der EU-Verordnung 2025/40 (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) steht die Verpackungs- und Logistikbranche in Europa vor einem mehrjährigen Transformationsprozess.
Wichtig ist dabei: Die PPWR greift nicht an einem einzigen Stichtag vollständig, sondern entwickelt ihre Wirkung schrittweise über mehrere Jahre hinweg.
Für Unternehmen bedeutet das: Die entscheidende Frage ist nicht mehr ob, sondern wann welche Anforderungen operativ relevant werden – und wie gut Systeme darauf vorbereitet sind.
🟦 Phase 1: 2025–12. August 2026 – Orientierung & Vorbereitung
Mit dem Inkrafttreten der Verordnung im Jahr 2025 und dem Übergang in die Anwendung bis zur vollständigen Anwendung ab 12. August 2026
In dieser Zeit sehen wir in der Praxis vor allem:
- Unternehmen analysieren ihre Verpackungs- und Mehrwegsysteme
- erste Anpassungen an Kennzeichnung und Datenstrukturen werden diskutiert
- der Druck auf Transparenz und Rückverfolgbarkeit steigt
- viele Systeme sind noch historisch gewachsen und nicht standardisiert
👉 In dieser Phase geht es vor allem darum, bestehende Strukturen sichtbar zu machen und zu verstehen, wo Lücken entstehen.
🟧 Phase 2: 2026–2028 – Operative Umsetzung nimmt Fahrt auf
Nach dem Start der Anwendung verschiebt sich der Fokus deutlich in Richtung Umsetzung.
Bis etwa 2028 erwarten wir in der Industrie eine klare Bewegung hinzu:
- stärkerer Rückverfolgbarkeit von Verpackungen und Mehrwegbehältern
- zunehmender Digitalisierung von Umlaufprozessen
- standardisierter Kennzeichnung entlang der Supply Chain
- mehr Transparenz in Mehrwegsystemen, Pooling und Logistik
👉 Unternehmen beginnen in dieser Phase nicht mehr nur zu planen, sondern ihre Systeme aktiv umzubauen.
🟥 Phase 3: ab 2028 – Skalierung & Systemintegration
Ab dieser Phase wird deutlich, wohin sich der Markt langfristig entwickelt:
Verpackungs- und Mehrwegsysteme werden zunehmend zu integrierten Bestandteilen der industriellen Infrastruktur.
Typische Entwicklungen:
- Verpackungen müssen eindeutig systemisch steuerbar sein
- Rückverfolgbarkeit wird Teil logistischer Standardprozesse
- Verpackungsdaten gewinnen denselben Stellenwert wie physische Verpackungen
- Mehrwegsysteme müssen standort- und unternehmensübergreifend funktionieren
👉 Der Fokus verschiebt sich von Einführung zu Stabilisierung und Skalierung.
Damit steigen auch die Anforderungen an Systeme, die physische Objekte zuverlässig mit digitalen Informationen verbinden können.
Was sich für Unternehmen jetzt konkret verändert
Unabhängig von der Phase gilt: Die Vorlaufzeit entscheidet über die spätere Systemqualität.
Aktuelle Handlungsfelder:
- bestehende Verpackungs- und Mehrwegsysteme analysieren
- Rückverfolgbarkeit strukturell aufbauen (nicht nachträglich ergänzen)
- Kennzeichnungssysteme standardisieren
- digitale Erfassung in bestehende Prozesse integriere
- Mehrweg als System statt als Einzelverpackung denken
👉 Wer zu spät beginnt, muss später in laufende Prozesse eingreifen – mit deutlich höherem Aufwand.
Was passiert mit bestehenden Mehrwegbehältern?
Ein wichtiger Punkt in der Praxis: Viele Unternehmen arbeiten bereits heute mit großen Beständen an Mehrwegbehältern und Ladungsträgern. Die PPWR schreibt zwar keine generelle Neubeschriftung bestehender Verpackungen vor. In der Realität entsteht jedoch ein anderer Effekt:
Sobald Unternehmen ihre Systeme auf Rückverfolgbarkeit und Kreislaufsteuerung ausrichten, müssen auch bestehende Assets in einheitliche Identifikations- und Datenstrukturen überführt werden.
Das führt in vielen Fällen zu:
- Nachkennzeichnung bestehender Behälter
- Integration in digitale Tracking-Systeme
- Standardisierung von Labels und Identifikationsmethoden
👉 Entscheidend ist nicht der Austausch der Verpackung, sondern die Einbindung in ein funktionierendes Gesamtsystem.
Warum Kennzeichnung jetzt zum Schlüsselfaktor wird
Mit steigenden Anforderungen an Kreislauffähigkeit wird ein Punkt immer klarer:
👉 Ohne eindeutige Identifikation gibt es keine steuerbaren Mehrwegsysteme.
Nur wenn jedes Gebinde im Umlauf eindeutig erfasst werden kann, entstehen:
- transparente Kreisläufe
- weniger Verluste im Umlauf
- stabile Rückführungsprozesse
- belastbare Daten für zukünftige Anforderungen
Fazit: Die Zeitachse ist klar – die Umsetzung liegt bei den Unternehmen
Die PPWR ist kein kurzfristiges Gesetz, sondern ein mehrjähriger Transformationsprozess mit klar erkennbaren Phasen:
- bis 2026: Orientierung und Vorbereitung
- bis 2028: operative Umsetzung
- danach: Systemintegration und Skalierung
👉 Für Unternehmen bedeutet das: Jetzt ist nicht die Frage ob, sondern wie schnell die eigenen Systeme angepasst werden. Und genau hier entsteht der entscheidende Unterschied zwischen reaktivem Handeln und strategischem Aufbau funktionierender Kreislaufsysteme.
Identifizieren Sie jetzt die Lücken bei Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung und Datenintegration und sprechen Sie mit unseren Experten, um Ihre Lösungen schnell und praxisnah umzusetzen.
Jetzt beraten lassen.
Bereit für die Zukunft der Kennzeichnung? Lassen Sie sich von unseren Experten beraten!




