Mehrwegverpackungen richtig kennzeichnen
Mehrwegverpackungen richtig kennzeichnen: Barcode, QR-Code oder RFID?
Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verbindlich in allen Mitgliedstaaten. Für Unternehmen mit Mehrwegverpackungen steht damit nicht mehr nur die Frage im Raum, welche Anforderungen künftig gelten. Entscheidend ist zunehmend, wie sich Mehrwegsysteme praktisch und dauerhaft nachvollziehbar umsetzen lassen.
Denn Mehrwegverpackungen durchlaufen oft zahlreiche Stationen: von der Produktion über Lager und Transport bis zur Rückführung, Reinigung und erneuten Verwendung. Damit dabei jederzeit nachvollziehbar bleibt, welcher Behälter sich wo befindet und wie häufig er bereits eingesetzt wurde, braucht jede Verpackung eine eindeutige Identität.
Barcode, QR-Code und RFID bieten dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Welche Technologie geeignet ist, hängt vom jeweiligen Mehrwegsystem, den Erfassungsprozessen und den Anforderungen an die Kennzeichnung ab.

Warum eine eindeutige Identifikation bei Mehrweg entscheidend ist
Ein Mehrwegbehälter wird nicht nur einmal verwendet. Kisten, Ladungsträger, Paletten oder Transportbehälter können über Jahre hinweg zahlreiche Umläufe durchlaufen.
Dabei entstehen viele Berührungspunkte:
Produktion → Lager → Transport → Kunde → Rückführung → Reinigung → erneuter Einsatz
Ohne eine eindeutige Kennzeichnung wird es schnell schwierig, einzelne Behälter zuverlässig zu unterscheiden und ihre Bewegungen nachzuvollziehen.
Eine individuelle Seriennummer kann hier als digitale Identität dienen. Sie ermöglicht es, einen Behälter eindeutig im System zu hinterlegen und Informationen zu seinen Bewegungen, Standorten oder Umläufen mit dieser Identität zu verknüpfen.
Gerade mit Blick auf die kommenden PPWR-Anforderungen ist eine solche durchgängige Identifikation relevant. Ab dem 12. Februar 2029 müssen wiederverwendbare Verpackungen unter anderem als wiederverwendbar gekennzeichnet sein. Über einen QR-Code oder einen anderen offenen, standardisierten digitalen Datenträger müssen zudem Informationen zum Wiederverwendungssystem zugänglich sein.
Die technische Grundlage dafür entsteht jedoch nicht erst 2029. Sie beginnt bereits mit der zuverlässigen Identifikation jedes einzelnen Behälters.
Was eine Kennzeichnung für Mehrwegverpackungen leisten muss
Ein Label für Mehrwegverpackungen muss andere Anforderungen erfüllen als ein klassisches Produktetikett. Während ein herkömmliches Produktetikett häufig nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird, muss eine Mehrwegkennzeichnung zahlreiche Umläufe überstehen.
Je nach Anwendung können dabei unter anderem folgende Belastungen auftreten:
- industrielle Reinigungs- und Waschprozesse
- Feuchtigkeit und Wasser
- Reinigungsmittel und Chemikalien
- Temperaturwechsel
- mechanischer Abrieb
- Stapeln und Transport
- UV-Strahlung
Die Kennzeichnung muss deshalb nicht nur eindeutig, sondern auch dauerhaft lesbar sein.
Ein unleserliches Label kann dazu führen, dass die digitale Identität eines Behälters verloren geht. Damit fehlen unter Umständen auch wichtige Informationen für Bestandsverwaltung, Rückführung und Umlaufzählung.
Barcode und QR-Code: einfach und flexibel
Barcodes gehören zu den etablierten Verfahren zur Identifikation von Waren, Verpackungen und Ladungsträgern. Eine eindeutige Nummer wird als maschinenlesbarer Code auf dem Label dargestellt und kann mit einem Scanner erfasst werden. Für Mehrwegsysteme sind insbesondere 2D-Codes wie QR-Codes interessant. Sie können mehr Informationen speichern und ermöglichen die Verknüpfung mit digitalen Inhalten.
So kann ein QR-Code beispielsweise auf eine digitale Informationsseite verweisen, über die Informationen zu einem Behälter oder einem Wiederverwendungssystem bereitgestellt werden.
Ein wesentlicher Vorteil von Barcode- und QR-Code-Lösungen ist ihre unkomplizierte Integration in bestehende Prozesse. Die Kennzeichnung ist sichtbar und kann mit entsprechenden Scannern oder mobilen Geräten ausgelesen werden. Allerdings ist eine direkte Sichtverbindung zwischen Code und Lesegerät erforderlich. Bei einzelnen Scanvorgängen ist das meist problemlos. Bei großen Mengen an Behältern oder automatisierten Prozessen kann dieser zusätzliche Scanvorgang jedoch einen höheren Erfassungsaufwand bedeuten.
RFID: automatisierte Identifikation im Mehrwegkreislauf
RFID verfolgt einen anderen Ansatz. Die Informationen werden über einen im Label integrierten RFID-Transponder per Funk ausgelesen. Dadurch ist keine direkte Sichtverbindung erforderlich. Je nach eingesetzter RFID-Technologie und Lesesystem können außerdem mehrere Transponder gleichzeitig erfasst werden.
Das macht RFID insbesondere für Mehrwegsysteme mit hohen Stückzahlen interessant. Behälter können beispielsweise beim Durchlaufen definierter Erfassungspunkte automatisch erkannt werden.
So lassen sich Bewegungen und Prozesse wie
- Wareneingang
- Warenausgang
- Rückführung
- Bestandskontrolle oder
- Umlaufzählung
automatisiert erfassen.
Auch hier erhält jeder Behälter eine eindeutige Identität. Die hinterlegte Seriennummer kann mit den entsprechenden Informationen im ERP-, Warenwirtschafts- oder Track-and-Trace-System verknüpft werden.
Barcode, QR-Code oder RFID – welche Lösung passt?
Die Frage ist nicht grundsätzlich, welche Technologie „besser“ ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Anforderungen das jeweilige Mehrwegsystem an die Identifikation stellt.
Barcode und QR-Code eignen sich besonders, wenn einzelne Behälter gezielt gescannt werden, bereits eine Scanner-Infrastruktur vorhanden ist oder eine sichtbare Kennzeichnung gewünscht wird.
RFID bietet Vorteile, wenn große Mengen an Behältern regelmäßig bewegt werden, eine automatische Erfassung gewünscht ist oder eine Sichtverbindung beim Scanvorgang nicht zuverlässig möglich ist.
In manchen Anwendungen kann auch eine Kombination aus RFID und sichtbarem Code sinnvoll sein. RFID übernimmt dabei beispielsweise die automatische Erfassung, während ein QR-Code oder Barcode eine zusätzliche manuelle Identifikation ermöglicht.
Das Label selbst ist Teil der Lösung
Die Wahl zwischen Barcode, QR-Code und RFID ist nur ein Teil des Kennzeichnungskonzepts. Ebenso wichtig sind Material, Klebstoff, Druck und Aufbau des Labels.
Ein Mehrwegbehälter kann mehrere Jahre im Einsatz sein und dabei hunderte oder sogar tausende Reinigungs- und Transportzyklen durchlaufen. Die Kennzeichnung muss deshalb auf die tatsächliche Lebensdauer und die Belastungen des Behälters abgestimmt werden.
Bei industriellen Mehrwegprozessen können beispielsweise robuste Obermaterialien, widerstandsfähige Klebstoffe und Schutzlaminate zum Einsatz kommen.
Auch die Positionierung des Labels spielt eine Rolle. Je nach Behälter und Anwendung muss die Kennzeichnung so angebracht werden, dass sie gut erfasst werden kann und gleichzeitig möglichst wenig mechanischer Belastung ausgesetzt ist.
Bei RFID kommt zusätzlich die Beschaffenheit des Untergrunds hinzu. Metallische Oberflächen können die Funkkommunikation beeinflussen. Für solche Anwendungen sind spezielle RFID-onMetal-Lösungen erforderlich.
Von der Kennzeichnung zur digitalen Identität
Eine Kennzeichnung allein macht noch kein transparentes Mehrwegsystem. Entscheidend ist die Verbindung zwischen physischer Verpackung und digitalen Daten. Jeder Behälter erhält dazu eine eindeutige Identifikation. Diese kann anschließend mit relevanten Informationen im jeweiligen System verknüpft werden.
Damit entsteht eine digitale Identität, die den Behälter über seinen Lebenszyklus begleitet.
Häufige Fragen zur Kennzeichnung von Mehrwegverpackungen
Welche Kennzeichnung ist für Mehrwegverpackungen geeignet?
Das hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Barcode und QR-Code eignen sich für die sichtbare, gezielte Identifikation. RFID bietet Vorteile bei automatisierten Prozessen und der Erfassung größerer Mengen. Entscheidend sind unter anderem Behältertyp, Reinigungsprozess, Umlaufmenge und vorhandene Infrastruktur.
Ist ein QR-Code für die PPWR ausreichend?
Ein QR-Code kann als digitaler Datenträger eingesetzt werden und Informationen zum Wiederverwendungssystem zugänglich machen. Ob eine konkrete Kennzeichnung alle Anforderungen der PPWR erfüllt, hängt jedoch von der jeweiligen Verpackung und den geltenden Anforderungen ab. Ein QR-Code allein ist daher nicht pauschal mit einer vollständigen PPWR-Konformität gleichzusetzen.
Was ist der Unterschied zwischen QR-Code und RFID?
Ein QR-Code wird optisch mit einem geeigneten Lesegerät erfasst und benötigt grundsätzlich eine Sichtverbindung. RFID funktioniert über Funk und kann ohne direkte Sichtverbindung ausgelesen werden. Je nach System können außerdem mehrere RFID-Transponder gleichzeitig erfasst werden.
Wie lange muss ein Label für Mehrwegbehälter halten?
Das hängt von der vorgesehenen Lebensdauer und den Einsatzbedingungen des Behälters ab. Bei industriellen Mehrwegsystemen sollte das Label so ausgelegt sein, dass es die erwarteten Reinigungszyklen, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen über die Nutzungsdauer hinweg zuverlässig übersteht.
Können RFID und QR-Code kombiniert werden?
Ja. Eine kombinierte Kennzeichnung kann sinnvoll sein, wenn sowohl eine automatische RFID-Erfassung als auch eine sichtbare Identifikation benötigt wird. So können beispielsweise automatisierte Prozesse über RFID und manuelle Prüfungen über einen QR-Code unterstützt werden.
Mehrwegkennzeichnung passend zur Anwendung
Ob Barcode, QR-Code, RFID oder eine Kombination verschiedener Technologien: Die richtige Lösung hängt von Behälter, Einsatzbedingungen und den bestehenden Prozessen ab. Die Plöckl Media Group entwickelt robuste Kennzeichnungslösungen für Mehrwegbehälter – von langlebigen Barcode- und QR-Code-Labels bis hin zu RFID-Lösungen für automatisierte Erfassung.
Jetzt beraten lassen.
Bereit für die Zukunft der Kennzeichnung? Lassen Sie sich von unseren Experten beraten!




